GRÜNE Kreistagsfraktion will Antworten beim Grubenwasser.

Kück: „Wir befürchten Kontaminierung durch krebserregendes PCB.“

Das Konzept der RAG zur dauerhaften Ableitung des Grubenwassers aus dem beendeten Steinkohlebergbau birgt nach Ansicht der GRÜNEN Kreistagsfraktion zahlreiche Umweltrisiken. Eine potentielle Beeinträchtigung von Trinkwasservorkommen durch Schadstoffe, Bodenhebungen und Bergschäden sei ein Risiko für Mensch und Umwelt. Auch die Ableitung von stark belastetem Grubenwasser in die Oberflächengewässer ohne vorherige Reinigung führe zu erheblichen Umweltbelastungen.

„Die RAG lässt das Grubenwasser in den nächsten Jahren bis auf ca. 600 Meter unter Gelände ansteigen. Damit soll angeblich eine Verunreinigung des Grundwassers ausgeschlossen werden“, so Fraktionschef Hubert Kück. Auch aus diesem Grund habe man bereits im Frühjahr die Kreisverwaltung aufgefordert, Vertreter*innen der RAG zur Sitzung des Umweltausschusses vor der Sommerpause einzuladen, um Fragen bezüglich des Konzeptes zu beantworten. Leider sei man von Seiten der RAG dieser Einladung nicht gefolgt und auch die Fachverwaltung konnte nach Aussage von Kück nicht ausreichend Licht ins Dunkle bringen.

Was technisch möglich ist, kann nur Teil der Wahrheit sein

„Am Standort Lohberg soll eine zentrale, Grubenwasserhaltung errichtet werden. In den nächsten Jahren will man das Wasser, das bislang in Haltern, Essen, Marl, Bottrop und Bochum abgepumpt wurde hier zusammenfließen lassen. Das ist technisch möglich, aber unserer Meinung nach nur ein Teil der Wahrheit“, so die GRÜNE Umweltpolitikerin Helga Franzkowiak. Die GRÜNEN wollen daher wissen, ob für die Ableitung des Grubenwassers ein gesondertes Planfeststellungsverfahren erforderlich ist oder ob ein bergrechtliches Betriebsplanverfahren durchgeführt werde. Außerdem ist ihnen wichtig, dass der Kreis Wesel, die Kommunen, die Naturschutzverbände und die Öffentlichkeit beteiligt werden und durch welche Aufsichtsbehörde das Verfahren geleitet wird.

Bergbau-Altlast birgt hohes Risiko durch Kontaminierung des Grubenwassers

„Bekanntlich wurde im Bergbau über Jahrzehnte tausende Tonnen PCB-haltiger Betriebsflüssigkeiten in Hydraulikanlagen, elektrischer Transformatoren, Kondensatoren und in Schmierstoffen eingesetzt. Aus Lecks, defekten Maschinen, beschädigten Fässern für PCB-haltiges Hydrauliköl oder beim Abspritzen der Geräte wurden mit Sicherheit PCB-haltige Flüssigkeiten frei und gelangten in den Untergrund und ins Grubenwasser. PCB ist schon in geringen Mengen krebserregend“, so Franzkowiak.
„Die Kontamination beginnt im ersten Stollen und geht bis zum letzten Stollen auf rund 1300 Meter Tiefe. Mit welchen Mengen gerechnet werden muss, ist nicht bekannt. Wir gehen aber davon aus, dass das Grubenwasser auf jeden Fall stark belastet ist“, gibt Kück zu bedenken. Es sei auch nicht auszuschließen, dass aus Erdschichten kontaminiertes Material freigesetzt werde, das später, wenn diese mit Wasser und Sauerstoff eine Verbindung eingehen würden, zu einer starken Versauerung des Grubenwassers führen könnte.

RAG soll im Umweltausschuss Rede und Antwort stehen

 „Unterm Strich kann im Moment niemand sagen, wie man sicherstellen kann, dass diese gesundheitsgefährdenden Belastungen des Grubenwassers nicht ins Grund- und Oberflächenwasser gelingen können. Wir fordern daher, unabhängig vom Aufwand, dass sichergestellt wird, dass das Grubenwasser untersucht und von Belastungen befreit wird, bevor es in den Rhein geleitet wird. Auch deshalb kommt dieses Thema auf unsere Veranlassung hin auf die Tagesordnung der nächsten Umweltausschusssitzung Anfang September. Dann werden Vertreter*innen der RAG anwesend sein und Rede und Antwort stehen “, so Helga Franzkowiak abschließend.
 

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