GRÜNE im Pressegespräch: Starkregenereignisse

14.09.21 – von Grüne Kreistagsfraktion Wesel –

Es wird in den kommenden Jahren weniger oft nieseln, aber es werden sich Starkregenereignisse häufen. Die steigenden Temperaturen verändern die Art der Niederschläge in Deutschland. Statt großflächigem Dauerregen wird es häufiger kleinräumigen, punktuellen Starkregen geben.

Bei einem Pressegespräch an der Issel in Hamminkeln haben sich Helga Franzkowiak, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Kreistagsfraktion Wesel, Hubert Kück, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN Kreistagsfraktion Wesel und Johannes Flaswinkel, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN übereinstimmend festgestellt:

Eine klimagerechte Stadt braucht Stadtgrün und den Schutz von Freiräumen. Entsiegeln ist die Kernaufgabe, der sich die Stadtplanung und -entwicklung zukünftig verstärkt widmen muss, denn auch wenn das menschliche Gehirn gerne vermeidet, sich über unangenehme Themen Gedanken zu machen, dürfen wir die Augen angesichts der jüngsten, katastrophalen Überschwemmungen Mitte Juli nicht verschließen. Veränderungen dürfen daher nicht gescheut werden und wir müssen Mut zur Wahrheit haben.

Der Präsident des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Peter Jakubowski, sagte, Städte müssten »kompakt, klimagerecht und wassersensibel umgebaut werden«. Man müsse sicherstellen, dass möglichst viel Niederschlag versickern kann und Starkregen besser aufgehalten wird. Ein solcher Umbau sei teuer und zeitaufwendig.

Wir diskutieren immer über die Kosten für den Klimaschutz, aber die Maßnahmen werden in Berlin und Düsseldorf wie seit Jahren verzögert. Alleine im Ahrtal entstanden neben den menschlichen Tragödien materielle Schäden in Höhe von 7 Milliarden Euro. Dies alles muss uns auch hier am Niederrhein mahnen und uns zu einer veränderten Haltung bringen. Ansonsten ist das schöne Leben am Niederrhein auch bei uns zukünftig durch Klimakatastrophen stark beeinträchtigt.

Mit Blick auf den verheerenden Einbruch der Kiesgrube in Erftstadt während der Flut, bei dem Menschen ihr Leben verloren haben und ganze Häuser weggerissen wurden, müssen auch die Genehmigungen für größere Abgrabungen am Niederrhein überprüft werden. Auch eine hochwassersensible Stadtplanung ist ein wichtiger Baustein eines zu erstellenden Hochwasserschutzkonzeptes. Dabei muss die so genannte Schwammfähigkeit einer Stadt erhöht werden. Oder einfacher erklärt: Das Ziel ist, mehr Wasser auf Flächen zurückzuhalten, sodass es gar nicht erst in die Kanalisation und in die Straßen einfließen kann.

 

Kategorie

Kiesabbau | Klimaschutz | Kreisfraktion | Landwirtschaft | Soziales | Umwelt